Trend Report

Ganz entspannt

Gehört zum Revival der Neunziger wie Slipdresses und Ripped Denim: Die Haltung, damit niemanden beeindrucken zu wollen
House of Holland F/W17 © Victor Virgile/Gamma-Rapho via Getty Images Kate Lanphear © Daniel Zuchnik/Getty Images
House of Holland F/W17 © Victor Virgile/Gamma-Rapho via Getty Images Kate Lanphear © Daniel Zuchnik/Getty Images 

Denkt man an Mode aus den 90er Jahren, fallen einem vermutlich sofort Ripped Denim, Kropfhalsbänder, Flanellhemden oder Trainingsjacken ein. Entscheidend waren in der Mode aber schon damals nicht die einzelnen Teile, sondern die Haltung, mit der sie getragen wurden. Zur Erinnerung für alle, die heute in Slipdresses und Dr. Martens rumlaufen: In den Neunzigern wurden Frauen zu Ikonen, die einfach nur sich selbst darstellten. Frauen wie Kate Moss und Winona Ryder. Underdogs, denen es schnurzegal war, ob jemand sie cool fand und die natürlich genau deshalb so unendlich cool wurden. Die gerade wegen ihrer mutmaßlichen Unvollkommenheit – Moss war stets zu klein und zu wenig raffiniert für ein Supermodel, Ryder zu smart und nerdig für einen Hollywoodstar – geliebt wurden.

Die passende Attitüde

Wenn man sich für ein Revival des 90s Looks also etwas abschauen möchte, dann zuerst eine bestimmte Nachlässigkeit. Die „Mir doch egal“-Attitüde steckt inzwischen in den Entwürfen von House of Holland, Vetements oder Alexander Wang, die Jugendkultur und Streetwear verbinden. Das Schlüsselelement: Ein oversized geschnittenes Teil wie ein Hoodie, eine Jeans- oder Daunenjacke, bevorzugt in Schwarz. Als Gegensatz zu dem maskulinen Stück kombinieren wir etwas Feminines, denn diesen Look machen die Kontraste aus. Etwa Overknee-Boots zum XL-Hoodie oder knarzenge Röhrenjeans zum weiten Sweatshirt. Modejournalistin Kate Lanphear nimmt zu ihrem schmal geschnittenen Kleid ganz einfach Kick Flares und Brogues. Alles Looks, die Kate Moss und Winona Ryder genauso getragen hätten.

Die Looks zum Trend