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New York – was für eine Stadt!

Pünktlich zur New York Fashion Week: Warum der Big Apple die Hauptstadt der Mode, Musik und Kultur ist
Olivia Culpo © TheStewartofNY/Getty Images
Olivia Culpo © TheStewartofNY/Getty Images 

Gestern habe ich mein einjähriges Jubiläum in Berlin gefeiert, aber mehr als 23 Jahre lang war ich eine waschechte New Yorkerin. Aufgewachsen bin ich im Mittleren Westen und habe oft vom Glanz New Yorks geträumt. Glücklicherweise habe ich direkt nach meinem Uni-Abschluss einen Job bei einem Lifestyle-Magazin in Manhattan bekommen, meine Taschen gepackt und nie mehr zurückgeblickt.

Ich habe mich schnell in New York eingelebt – fast so, als wäre ich dort geboren. Von der Magazin-Party ging es zur Modenschau und weiter zum Rave: New York war in den 1990er und 2000er Jahren einfach eine Wahnsinnsstadt. Ich habe gefeiert wie ein Rockstar und mit Rockstars. Ich erinnere mich noch an diese eine Woche, in der ich auf der Lower East Side mehrmals Daniel Kessler, dem Gitarristen von Interpol, über den Weg gelaufen bin. Er dachte schon, ich sei ein Groupie oder Stalker. Oder an die Diskussion über Musikgeschichte, die ich im Mercer Hotel mit John Taylor von Duran Duran hatte.

Natürlich gehen der Begriff Mode und die Stadt New York Hand in Hand. Bei der Mercedes-Benz New York Fashion Week hoffte jeder, dass Bill Cunningham einen faszinierend genug fand, um ein Street-Style-Foto zu machen. Ich hatte leider nie das Glück. Dafür konnte ich einmal Zweite-Reihe-Tickets für die Chado Ralph Rucci Show ergattern. Es passiert einem wahrlich nicht oft, dass man zu einer solchen Show eingeladen wird. Natürlich habe ich das Spektakel genossen, auch wenn ich mir die Kleider niemals hätte leisten können.

New York ist einer dieser besonderen Orte, wo Mode, Musik und Kultur auf eine Weise aufeinandertreffen, die Grenzen überschreitet. Ein Ort, wo die Straße – egal, ob in Manhattan, Brooklyn oder Queens – ein Laufsteg ist. Die New Yorker sind sehr bemüht um ihr Image. Es ist wichtig, ein cooles Outfit zu tragen – und dazu die berühmte „Je ne sais quoi“-Attitüde. Ansonsten ist man quasi unsichtbar.

Kate Lanphear © John Lamparski/Getty Images
Kate Lanphear © John Lamparski/Getty Images 
Die New Yorker sind sehr bemüht um ihr Image. Es ist wichtig, ein cooles Outfit zu tragen

Zur New York Fashion Week sollte man von Streetwear lieber die Finger lassen und sich stattdessen für ein elegantes Outfit entscheiden. Schwarz kommt nie aus der Mode und lässt einen schlanker wirken, daher ist die Farbe schon mal ein guter Anfang. Kate Lanphear etwa, früher Style Director bei Elle und T, heute Leiterin des Google Fashion Week Search Projects, sieht in ihren schwarzen Outfits zu platinblonden Haaren immer großartig aus.

Im September kann es in New York noch etwas schwül sein. Wer cool bleiben will, trägt zum Beispiel einen Rock mit Vichy-Karo und dazu ein Slogan-T-Shirt – vorzugsweise mit einem Anti-Trump-Statement. Rot ist diesen Herbst tonangebend. Mehr noch, wenn man es wie Schauspielerin Olivia Culpo zu Hot Pink kombiniert.

Auf keinen Fall verpassen sollte man die Afterpartys: Das Standard Hotel im West Village ist immer noch ein Hot Spot dafür. In dieser Saison werden die besten Soirees jedoch im Made in NoMad und im Public, dem Laden von Hotel-Impresario Ian Schrager auf der Lower East Side, stattfinden.

New York ist eben einfach eine Wahnsinnsstadt. Und ich vermisse sie.